Die Suche nach dem Glück - ein persönliches und nationales Anliegen

Wie wir in den vergangenen Wochen und Monaten der Presse entnehmen können, beschäftigt sich nicht nur der Einzelne mit der Überprüfung seines Glücksniveaus, sondern auch die Politik macht sich Gedanken, wie sie zur Steigerung des Glücks ihrer Schäflein beitragen könnte. Es fallen Stichworte wie „Glücksindikator“, „Better-life-index“, „Maximum happiness principle” und viele Ansätze mehr, die das Glück fassbar, messbar und lenkbar machen sollen. Daneben die Frage, was uns denn nun glücklicher macht! Ist es ein hoher Bildungsgrad, hohes Einkommen, Freude an der Arbeit, mehr Freizeit in Verbindung mit Familie und Freunden? Dies alles wird diskutiert und erforscht. 

 

Nun können wir uns ja entspannt zurücklegen und unser Glück denen überlassen, die sich damit auskennen! Sollen sich doch Politik und Wissenschaft damit auseinandersetzen, wie sie uns glücklicher machen können! Oder können wir vielleicht auch selbst etwas dazu beitragen, dass wir glücklicher werden?

 

Wer oder was genau zu unserer Glückssteigerung beitragen kann, möchte ich hier heute gar nicht diskutieren. Mir geht es vielmehr um die Frage, was kann der Einzelne tun, damit das Glück, egal ob es von innen oder von außen kommt, auf fruchtbaren Boden fällt? Wie können wir uns innerlich so vorbereiten, dass das Glück in uns wachsen und reifen kann? Dabei ist es erst einmal unwichtig, was jeder Einzelne unter Glück versteht. 

 

Stellen wir uns doch mal vor, wir hätten ein „Glücksdepot“ in Form eines Behälters. Dieser Behälter ist bei jedem Menschen unterschiedlich groß. Die Größe dieses Behälters hängt davon ab, wie er in unserer Kindheit, bei unseren Eltern, bei unseren Großeltern – also bei unserer Ursprungsfamilie -  angelegt wurde. D.h. zunächst müssen wir uns die Frage stellen, wieviel Glück haben wir gelernt „auszuhalten“? Ja, Sie haben richtig gelesen! Glück muss man lernen auszuhalten! Nicht jeder Mensch kann gleich viel Glück aushalten!  Diese Erkenntnis wirft nun zwei Fragen auf: Was passiert, wenn der Behälter voll ist? Wie kann ich den Behälter vergrößern?

 

Wenn unser persönliches Glücksmaß voll ist, sorgen wir unbewusst dafür, dass in unserem Behälter wieder etwas Platz entsteht. Wir produzieren einen Grund, der das Glück, das wir empfinden, wieder ein Stück zurückfährt. Dies schaffen wir, in dem wir z.B. wie aus heiterem Himmel eine unserer „Standardängste“ (Angst vor Krankheit, Existenzangst, Sorge um die Kinder etc) wie eine Trumpfkarte aus dem Ärmel ziehen. Schon haben wir es geschafft, dem Glück wieder Einhalt zu gebieten. Beliebt ist auch, einen Streit mit dem Partner/der Partnerin vom Zaun zu brechen, uns über die dämliche Kollegin oder einen rüpelhaften Autofahrer aufzuregen. Egal wie, wir schaffen es auf jeden Fall! Allerdings ist uns dieser Vorgang meist nicht bewusst. Weil dies so ist, nutzen uns also alle Bemühungen von außen, unser Glück zu steigern, erst einmal gar nichts. Zunächst muss der Boden bereitet, also der Behälter – unser Glücksdepot - vergrößert werden. 

 

Wie können wir dafür sorgen, dass unser Glücksdepot vergrößert wird?

 

Das Maß an Glück, das wir aushalten können, wird dadurch bestimmt, wieviel Glück in unserer Ursprungsfamilie gelebt und ausgehalten wurde. Dies wiederum hängt davon ab, was in den Generationen davor gelebt und ausgehalten wurde. Es wird Zeit, dass wir unser eigenes Glücksdepot vergrößern, unabhängig davon, wieviel Glück unsere Vorfahren leben konnten. Nebenbei geben wir damit auch unseren Kindern die Möglichkeit, ihres zu vergrößern bzw. gleich mit einem größeren „Behälter“ ins Leben zu gehen. 

 

Dies können wir erreichen, indem wir die Blockaden, die die Ausweitung des Glücksdepots verhindern, aufspüren und beseitigen bzw. auflösen. Welche Blockaden das sind, ist natürlich bei jedem von uns unterschiedlich. Dies können z.B. Ängste oder schlechte, eingefahrene Verhaltensmuster sein. Aber auch mangelndes Selbstvertrauen kann uns blockieren. Für Dinge, die uns blockieren, gibt es viele Beispiele. Gemeinsam haben sie allerdings, dass sie in unserem Unbewussten schlummern und zunächst einmal von dort in das Bewusstsein gelangen müssen. Nur dort können wir sie auflösen und somit – vereinfacht gesagt – unsere Möglichkeit, mehr Glück auszuhalten, vergrößern. 

 

Lassen Sie sich bei der Vergrößerung Ihres Glücksdepots unterstützen! Sie können nicht früh genug damit anfangen, aber es ist auch nie zu spät! Nehmen Sie Ihr Glück in die eigene Hand und bereiten Sie selbst den fruchtbaren Boden, auf dem Ihr Glück wachsen kann. Sollten Politik und Wissenschaft dann auch noch einen Beitrag dazu leisten können, umso besser!

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